Stadt
19.06.2020

FAQ Liste zum eingeschränkten Betrieb in Kindertagesstätten

Das Land Niedersachsen hat auf Grundlage der Auswertung der Infektionszahlen verordnet, dass es ab dem 22. Juni 2020 einen „eingeschränkten Betrieb“ in Kindertagesstätten geben soll. Die Notbetreuung wird damit aufgehoben.

Diese Verordnung des Landes bedeutet allerdings auch, dass es keine vollkommene Rückkehr zum Normalbetrieb gibt, sondern auch weiterhin mit Einschränkungen in der Betreuung zu rechnen ist. Die Umsetzung des Betriebs findet in der Verantwortung des zuständigen Trägers und der Einrichtung statt. Das Land legt den infektionsschutzrechtlichen Möglichkeitskorridor fest.

Die Übertragungsgefahr ist bei Kindern besonders hoch, weil insbesondere kindliches Spiel in den Kindertageseinrichtungen und bei Kindertagespflegepersonen regelmäßig mit einem spontanen und engen körperlichen Kontakt der Kinder untereinander und zu Fachkräften einhergeht. Das Distanzgebot in der Arbeit mit Kindern im Alter bis zur Einschulung lässt sich im pädagogischen Alltag der Kinderbetreuung nicht umsetzen.

Bitte bedenken Sie trotz des Wunsches nach „Normalität“, dass die bislang ergriffenen Maßnahmen gesamtgesellschaftlich zu einer deutlichen Reduzierung der Infektionsrate geführt haben. Oberste Prämisse muss weiterhin sein, die Infektionsketten wirksam zu unterbrechen. Dies kann nur gelingen, wenn das Betreuungsangebot auch weiterhin möglichst zurückhaltend in Anspruch genommen wird.

Was ist der „eingeschränkter Betrieb“?

Der eingeschränkte Betrieb löst die Notbetreuung ab. Er gilt ab Montag, dem 22. Juni 2020. Ab dem Zeitpunkt können wieder alle Kinder in ihrer Einrichtung betreut werden. Die Beschränkungen auf vormals definierte betreuungsberechtigten Personengruppen sind aufgehoben sind.

Welche Einschränkungen gibt es?

Der Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstätten-Platz ist weiterhin ausgesetzt.

In einigen Einrichtungen kann es zu personellen Engpässen kommen da das Teile des Pädagogischen Fachpersonals aus gesundheitlichen Gründen nicht für die Betreuung der Kinder eingesetzt werden dürfen. Daher ist es möglich, dass nicht alle Kindertagesstätten die volle Betreuungsdauer anbieten können. Die Betreuungszeit kann sich entsprechend verkürzen.

Zudem gibt es Einschränkungen in der pädagogischen Arbeit, so sind z.B. gruppenübergreifende Angebote sowie die gemeinsame Nutzung anderer Räume oder Außenlangen derzeit nicht möglich.

Welche Vorsichtsmaßnahmen werden auf Seiten der Kindertageseinrichtungen getroffen?

In den Osnabrücker Kindertageseinrichtungen wird der derzeit gültige„Niedersächsische Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung“ (Stand 12. Juni 2020) umgesetzt. Er beinhaltet Angaben zu Hygienevorkehrungen in den Einrichtungen (z.B. regelmäßiges Händewaschen und Lüften), Verhaltensregeln (z.B. Abstand bei Bring- und Abholsituationen mit Eltern), der Raumhygiene (z.B. Trennung von Gruppen und Wegeführung in der Einrichtung) sowie der Reinigung der Räumlichkeiten.
An die Vorgaben haben sich die Mitarbeiter und die Besucher der Kindertagesstätten zu halten. So müssen z.B. neben den Beschäftigten der Kindertageseinrichtungen, auch die Kinder nach Betreten der Kita gründlich die Hände waschen.

Dürfen Externe die Kindertagesstätte betreten?

Das Betreten der Kita durch Externe sollte auf seine Notwendigkeit hin überprüft und auf ein Mindestmaß reduziert werden. Externe müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Hierzu zählen auch die Erziehungsberechtigten. Es bestehen im Zusammenhang mit der Pandemie keine grundsätzlichen Bedenken, dass Eltern unter Einhaltung des Abstandsgebotes die Einrichtungen betreten. Risikopersonen sollten ihre Kinder nicht persönlich bringen oder abholen.

Dürfen Fachkräfte aus Risikogruppen wieder in den Kindertagesstätten arbeiten?

Die jeweiligen Einrichtungsträger entscheiden über den Umgang mit Personengruppen mit höherem Risiko für einen schwereren COVID-19-Krankheitsverlauf. Hierfür kann eine Prüfung durch einen Facharzt/ Betriebsarzt sinnvoll sein. 

Kinder mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf

Für Kinder, die nach den Informationen des Robert-Koch-Instituts zu Personengruppen gehören, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben, klären die Eltern mit dem Kinderarzt, den Besuch einer Gemeinschaftseinrichung und gegebenenfalls geeignete Schutzmaßnahmen und mit der Einrichtungsleitung deren Umsetzung in der Kindertagesbetreuung ab.

Erkrankte Kinder dürfen die Einrichtung nicht besuchen!

Es dürfen nur Kinder, die gesund sind, in die Kindertagesbetreuung betreut werden. Es gilt für die Kindertagesbetreuung ein strenger Maßstab für den Ausschluss kranker Kinder! Zeigen die Kinder in der Kita Krankheitssymptome, so werden diese umgehend von den anderen Kindern isoliert und müssen abgeholt werden.

Kinder dürfen auch dann nicht in der Kindertageseinrichtung betreut werden, wenn ein Familienangehöriger nachweislich an CO-VID-19 erkrankt ist und sich in Quarantäne befindet oder Krankheitszeichen zeigt.

Müssen Mund-Nasen-Bedeckung von Beschäftigten oder Kindern getragen werden?

Situationsbedingt kann es vorkommen, das Mund-Nasen-Bedeckungen von Beschäftigten getragen werden. Dieses stellt für die Beschäftigten jedoch keine Verpflichtung dar.

Der Einsatz von Mund-Nasen-Bedeckung für Kinder wird vom Niedersächsischen Kultusministerium ausdrücklich abgelehnt.

Müssen Betreuungskosten und Beiträge zur Verpflegung wieder gezahlt werden?

Das Anliegen ist zurzeit noch in der Klärung. Am 7. Juli 2020 wird der Rat der Stadt Osnabrück darüber entscheiden ob rückwirkend ab dem 22. Juni 2020 ein Beitrag erhoben wird und über die Presse informieren.