Stadt
02.11.2020

Fragen und Antworten zum eingeschränkten Betrieb an Kindertageseinrichtungen

Die jüngste Entwicklung der Zahl der Corona-Neuinfektionen übertrifft noch einmal alles, was Niedersachsen im Frühjahr und Frühsommer erlebt hat. Die Corona-Krise fordert uns alle, verantwortlich mit der Situation umzugehen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen.

Für die Kindergärten, Krippen und Horte gilt seit dem 01.08.2020 der "Regelbetrieb in Zeiten von Corona". "Regelbetrieb in Zeiten von Corona" bedeutet, dass alle Kinder ein Betreuungsangebot in der Kindertageseinrichtung bekommen, mit der sie einen Betreuungsvertrag abgeschlossen haben. Aufgrund konkreter Personalausfälle, die nicht kompensiert werden können, kann es im konkreten Einzelfall zu Abweichungen zu den im KitaG festgelegten Personalschlüssel kommen. Das wiederum wirkt sich dann auf den Betreuungsumfang aus.

Sollte das Infektionsgeschehen eine Einschränkung des Regelbetriebs erforderlich machen, sind im Leitfaden KiTa in Corona-Zeiten 2.0 Szenarien für eine gute Planung skizziert. Dort finden sich umfangreiche Empfehlungen und Handlungshilfen sowohl für den eingeschränkten Betrieb als auch für den Fall einer Schließung der Einrichtungen verbunden mit der Notbetreuung.

Der Wechsel zwischen den Szenarien A;B und C kann im Falle landesweit deutlich erhöhter Infektionszahlen im verordnungsrechtlichen Wege durch das Sozialministerium erfolgen, d.h., über die „Corona-Verordnung“. Handelt es sich hingegen um einen regionalen Anstieg des Infektionsgeschehens, legt die Stadt Osnabrück den Wechsel von einem Szenario in ein anderes fest.

Aktuelle Änderungen gelten für die Stadt Osnabrück durch die neue Verordnung im Bereich der Kindertageseinrichtungen zum 02. November 2020

1. Wechsel in Szenario B (Kindertageseinrichtung im eingeschränkten Betrieb)

Die Stadt Osnabrück kann in einer Kindertageseinrichtung den eingeschränkten Betrieb anordnen, wenn in Bezug auf das Gebiet in dem die Kindertageseinrichtung liegt, die 7-Tage-Inzidenz 100 oder mehr beträgt und gleichzeitig eine infektionsschutzrechtliche Anordnung des Gesundheitsdienstes für Stadt und Landkreis Osnabrück vorliegt, die mindestens für eine Gruppe ausgesprochen wurde. Zum Beispiel eine Quarantäneanordnung für eine Kindergarten- oder Krippengruppe.

Im eingeschränkten Betrieb gilt wieder das Prinzip der strengen Gruppentrennung. Offene/teiloffene Gruppenkonzepte sind dann untersagt. Es sind feste Gruppen zu bilden, die sich während der Betreuungszeit nicht durchmischen. Jeder Gruppe werden klar definierte Räumlichkeiten zugeordnet. Die Wegeführung muss entsprechend angepasst werden. Ein Personalwechsel zwischen den Gruppen sollte soweit wie möglich vermieden werden. Das Außengelände darf zeitgleich immer nur durch eine Gruppe genutzt werden, es sei denn, das Außengelände ist ausreichend groß, so dass eindeutig abgrenzbare Spielbereiche für einzelne Gruppen geschaffen werden können, die eine Durchmischung wirksam unterbinden.

Mit der Anordnung wird der eingeschränkte Betrieb nicht in einer ganzen Region, sondern spezifisch für eine Kindertageseinrichtung angeordnet. Die Maßnahme soll also gezielter und einrichtungsspezifischer greifen.

2. Wechsel in Szenario C (Betriebsuntersagung und Notbetreuung)

Nur dann, wenn ein Wechsel in Szenario B in Verbindung mit weiteren, den Einrichtungsbetrieb aufrechterhaltenden Infektionsschutzmaßnahmen nicht ausreicht, kann die Stadt Osnabrück in Zusammenwirken mit dem Gesundheitsdienst das Szenario C anordnen. Dann muss die Kindertageseinrichtung den Betrieb einstellen und auf Notbetreuung umstellen.

Regelbetrieb in Zeiten von Corona

Ist die strikte Trennung der Gruppen vorgeschrieben?

In Szenario A ist die strikte Trennung der Gruppen innerhalb des Gebäudes und auch auf dem Außengelände der Kindertageseinrichtungen nicht vorgeschrieben. Offene und teiloffene Betreuungskonzepte können umgesetzt werden. Es ist den Trägern der Einrichtungen und den Einrichtungsleitungen jedoch möglich, eigenverantwortlich an der Trennung der Gruppen festzuhalten.

Welche Hygienemaßnahmen gelten?

Jede einzelne Kindertageseinrichtung und Kindertagespflegestelle muss ein auf die COVID-19-Situation ausgerichtetes Hygienekonzept aufstellen und einhalten.

Zur Reduktion des Übertragungsrisikos von COVID-19 ist auf eine intensive Lüftung der Räume zu achten. Mindestens alle 30 Minuten ist eine Stoßlüftung durch vollständig geöffnete Fenster über 3 bis 10 Minuten vorzunehmen, wenn möglich auch öfter.

Dürfen erkrankte Kinder in die Betreuung kommen?

Die Eltern sind verantwortlich dafür, dass ein Kind fieberfrei zur Einrichtung geht und in den letzten 14 Tagen keine Kontakte zu an COVID-19-erkrankten oder SARS-CoV-2-positiv getesteten Personen hatte. Bei einem banalen Infekt ohne deutliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens (z.B. nur Schnupfen, leichter Husten) kann die Kindertageseinrichtung besucht werden. Dies gilt auch bei Vorerkrankungen (z.B. Heuschnupfen, Pollenallergie).

Bei Infekten mit einem ausgeprägtem Krankheitswert (z.B. Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur) muss die Genesung abgewartet werden.

Nach 48 Stunden Symptomfreiheit kann die Kindertageseinrichtung ohne weitere Auflagen (d.h. ohne ärztliches Attest, ohne Corona-Test) wieder besucht werden, wenn kein wissentlicher Kontakt zu einer bestätigten Covid-19 Erkrankung bekannt ist.

Bei schwererer Symptomatik, zum Beispiel mit

  • Fieber ab 38,5°C oder
  • akutem, unerwartet aufgetreten Infekt (insb. der Atemwege) mit deutlicher Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder
  • anhaltendem starken Husten, der nicht durch eine Vorerkrankung erklärbar ist,

sollte bitte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Die Ärztin oder der Arzt wird dann entscheiden, ob ggf. auch eine Testung auf Corona durchgeführt werden soll und welche Aspekte für die Wiederzulassung zum Besuch der Kindertageseinrichtung zu beachten sind.

Wie viele Fachkräfte sind für die Betreuung in einer Gruppe erforderlich?

Es sind grundsätzlich die Personalstandards nach KiTaG und den Durchführungsverordnungen einzuhalten. Für die Betreuung einer Gruppe während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona kann der Fachkraft-Kind-Schlüssel im konkreten Einzelfall des erhöhten Personalausfalls aufgrund von Erkrankungen oder aufgrund des Schutzes besonders gefährdeter Personen von den rechtlichen Anforderungen abweichen.

Ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig?

Ja. Sofern genehmigte Plätze nicht belegt sind, ist die Neuaufnahme von Kindern im Regelbetrieb in Zeiten von Corona zulässig.

Was ist bei Aufnahmegesprächen und während der Eingewöhnungszeit zu beachten?

Für Aufnahmegespräche neuer Kinder sowie während der Eingewöhnungszeit eines Kindes ist die Anwesenheit einer Erziehungsberechtigten oder eines Erziehungsberechtigten aus pädagogischen Gründen erforderlich. Die Erziehungsberechtigte oder der Erziehungsberechtigte soll während der Anwesenheit in der Eingewöhnungsphase eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Welchen zeitlichen Umfang hat die Betreuung während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona?

Der Betreuungsumfang des Regelbetriebs in Zeiten von Corona entspricht grundsätzlich dem im Betreuungsvertrag festgelegten Betreuungsumfang. Es kann allenfalls aufgrund konkreter Personalausfälle, die nicht kompensiert werden können, im konkreten Einzelfall zu Abweichungen kommen.

Bewegungsaktivitäten und Singen

Sportliche Bewegungsaktivitäten können auch in geschlossenen Räumen stattfinden. Dabei sollten bewegungsintensive Aktivitäten sowie Situationen, in denen alle Kinder auf sehr engem Raum zusammenstehen, vermieden werden. Außenflächen sind zu bevorzugen.

Da Singen oder dialogische Sprechübungen Tröpfchen über eine größere Distanz als 1,5 m transportieren können, sollten diese Angebote vorzugsweise im Freien angeboten werden.

Nutzung von Funktions- und Gemeinschaftsräumen

Die Nutzung von gruppenübergreifenden Räumlichkeiten, wie z. B. der Mehrzweck- oder Bewegungsraum, Flure oder Differenzierungsräume, ist möglich. Der Rahmen-Hygieneplan ist umzusetzen. Insbesondere sollte regelmäßig gut durchlüftet werden (Stoßlüftung).

Was ist in Bezug auf die Einnahme von Mahlzeiten zu beachten?

Vor und nach der Einnahme von Mahlzeiten in den Kindertageseinrichtungen müssen sich alle betreuten Kinder und das Einrichtungspersonal die Hände waschen.

Sofern Gemeinschaftsräume für das Mittagessen genutzt werden, gilt, dass sich die jeweiligen Gruppen mit den diesen Gruppen zugeordneten Mitarbeitenden getrennt voneinander dort aufhalten.

Nach Möglichkeit sollten die Mahlzeiten in den Gruppenräumen eingenommen werden. Soweit das Essen nicht in Gruppenräumen organisiert werden kann, haben sich die jeweiligen Gruppen nach Möglichkeit getrennt voneinander in den Gemeinschaftsräumen aufzuhalten.

In Szenario A ist es unter Beachtung dieser Vorgaben möglich, dass sich die Kinder das Essen selbst aus Schalen oder Behältern nehmen. Auch Essen in Buffetform oder pädagogische Angebote unter Einbezug von Lebensmitteln sind zulässig. Es ist den Trägern der Einrichtungen und den Einrichtungsleitungen jedoch unbenommen, eigenverantwortlich weiterhin davon abzusehen, dass sich die Kinder selbst das Essen nehmen.

Besteht eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für die Kinder und die Fachkräfte?

Nein, es besteht keine grundsätzliche infektionsschutzrechtliche Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Es kann aber aus Gründen des Arbeitsschutzes weitergehende Pflichten für Fachkräfte geben – etwa das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Tagespflegestellen und Großtagespflegestellen

Seit dem 11.05.2020 können Tagespflegepersonen – auch in Großtagespflegestellen – wieder regulär tätig werden. Der Rahmen-Hygieneplan des Landes gilt auch in der Kindertagespflege.