Stadt
21.08.2020

Fragen und Antworten zum eingeschränkten Betrieb an Kindertageseinrichtungen

Für die Kindergärten, Krippen und Horte gilt ab dem 01.08.2020 wieder der "Regelbetrieb in Zeiten von Corona".

"Regelbetrieb in Zeiten von Corona" bedeutet, dass alle Kinder ein Betreuungsangebot in der Kindertageseinrichtung bekommen, mit der sie einen Betreuungsvertrag abgeschlossen haben. Der Betreuungsumfang entspricht grundsätzlich dem der Regelbetreuung vor der Ausbreitung des Coronavirus. Es kann allenfalls aufgrund konkreter Personalausfälle, die nicht kompensiert werden können, im konkreten Einzelfall zu Abweichungen kommen.

Sollte das Infektionsgeschehen eine erneute Einschränkung des Regelbetriebs erforderlich machen, kann es sowohl wieder zum eingeschränkten Betrieb als auch zum Fall eines Shutdowns verbunden mit der Notbetreuung, kommen. Der Wechsel zwischen den Szenarien kann im Falle landesweit deutlich erhöhter Infektionszahlen im verordnungsrechtlichen Wege durch das Sozialministerium erfolgen, d.h., über die „Corona-Verordnung“. Handelt es sich hingegen um einen regionalen Anstieg des Infektionsgeschehens, kann das örtliche Gesundheitsamt den Wechsel von einem Szenario in ein anderes festlegen.

Regelbetrieb in Zeiten von Corona

Bleibt das Gebot der strikten Trennung der Gruppen bestehen?

Nein. Das Gebot der strikten Trennung der Gruppen innerhalb des Gebäudes und auch auf dem Außengelände der Kindertageseinrichtungen kann aufgehoben werden. Es ist den Trägern der Einrichtungen und den Einrichtungsleitungen jedoch möglich, eigenverantwortlich an der Trennung der Gruppen festzuhalten.

Sind offene und teiloffene Betreuungskonzepte wieder möglich?

Ja. Offene und teiloffene Betreuungskonzepte sind wieder zulässig und können umgesetzt werden.

Welche Hygienemaßnahmen gelten?

Jede einzelne Kindertageseinrichtung und Kindertagespflegestelle muss ein auf die COVID-19-Situation ausgerichtetes Hygienekonzept aufstellen und einhalten.

Dürfen erkrankte Kinder in die Betreuung kommen?

Die Eltern sind verantwortlich dafür, dass ein Kind fieberfrei zur Einrichtung geht und in den letzten 14 Tagen keine Kontakte zu an COVID-19-erkrankten oder SARS-CoV-2-positiv getesteten Personen hatte. Bei Infekten mit einem ausgeprägtem Krankheitswert (z.B. Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur) muss die Genesung abgewartet werden. Nach 48 Stunden Symptomfreiheit kann die Kindertageseinrichtung ohne weitere Auflagen (d.h. ohne ärztliches Attest, ohne Corona-Test) wieder besucht werden, wenn kein wissentlicher Kontakt zu einer bestätigten Covid-19 Erkrankung bekannt ist.

Bei schwererer Symptomatik, zum Beispiel mit Fieber ab 38,5°C oder akutem, unerwartet aufgetreten Infekt (insb. der Atemwege) mit deutlicher Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder anhaltendem starken Husten, der nicht durch eine Vorerkrankung erklärbar ist, sollte bitte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Die Ärztin oder der Arzt wird dann entscheiden, ob ggf. auch eine Testung auf Corona durchgeführt werden soll und welche Aspekte für die Wiederzulassung zum Besuch der Kindertageseinrichtung zu beachten sind.

Ist die Neuaufnahme von Kindern zulässig?

Ja, die Neuaufnahme von Kindern im Regelbetrieb in Zeiten von Corona ist zulässig. Für Aufnahmegespräche neuer Kinder sowie während der Eingewöhnungszeit eines Kindes ist die Anwesenheit einer Erziehungsberechtigten oder eines Erziehungsberechtigten aus pädagogischen Gründen erforderlich. Die Erziehungsberechtigte oder der Erziehungsberechtigte soll während der Anwesenheit in der Eingewöhnungsphase eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Ist der Bildungsauftrag während des Regelbetriebs in Zeiten von Corona umzusetzen?

Sofern in der Übergangsphase ausreichend qualifiziertes Personal in der Einrichtung zur Verfügung steht, gelten hinsichtlich der Umsetzung des Bildungsauftrags die Vorgaben des KiTaG, konkretisiert im Orientierungsplan für Bildung und Erziehung. So müssen die Kindertageseinrichtungen der Erziehung, Bildung und Betreuung unter Einbezug der eigenen pädagogischen Konzeption nach Möglichkeit wieder umfassend Rechnung tragen. Dies gilt auch für die individuelle und differenzierte Sprachbildung und Sprachförderung im letzten Jahr vor der Einschulung. Da Singen oder dialogische Sprechübungen Tröpfchen über eine größere Distanz als 1,5 m transportieren können, sollten diese Angebote vorzugsweise im Freien angeboten werden. Dies empfiehlt sich auch für Bewegungsangebote und sportliche Aktivitäten.

Was ist in Bezug auf die Nutzung von Funktions- und Gemeinschaftsräumen zu beachten?

Die Nutzung von gruppenübergreifenden Räumlichkeiten, wie z. B. der Mehrzweck- oder Bewegungsraum, Flure oder Differenzierungsräume, ist ebenfalls wieder möglich. Der Rahmen-Hygieneplan ist umzusetzen. Insbesondere sollte regelmäßig gut durchlüftet werden (Stoßlüftung).

Sportliche Bewegungsaktivitäten können auch in geschlossenen Räumen wieder stattfinden. Dabei sollten bewegungsintensive Aktivitäten sowie Situationen, in denen alle Kinder auf sehr engem Raum zusammenstehen, vermieden werden. Außenflächen sind zu bevorzugen.

Die Sanitärobjekte sind regelmäßig auf Funktions- und Hygienemängel zu prüfen und ggf. umgehend Instand zu setzen.

Dürfen Feiern und Veranstaltungen gefeiert werden?

Ja, im Grundsatz schon. Bei der Durchführung von Veranstaltungen und Ausflügen sind jedoch der jeweils aktuelle Stand der Niedersächsischen Verordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus sowie der gültige Rahmen-Hygieneplan unbedingt zu beachten. Die hier beschriebenen Vorgaben sind stets einzuhalten. Feiern und Veranstaltungen sollten generell bevorzugt im Freien und mit einer möglichst geringen Anzahl von Menschen durchgeführt werden.

Können Tagespflegestellen und Großtagespflegestellen wieder im normalem Umfang Kinder betreuen?

Ja. Seit dem 11.05.2020 können Tagespflegepersonen – auch in Großtagespflegestellen – wieder regulär tätig werden. Der Rahmen-Hygieneplan des Landes sollte unbedingt auch in der Kindertagespflege beachtet werden.

Besteht eine Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung für die Kinder und die Fachkräfte?

Nein, es besteht keine grundsätzliche infektionsschutzrechtliche Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Bei der Entscheidung über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist zu berücksichtigen, dass kleine Kinder den direkten Kontakt mit den Fachkräften benötigen und häufig auch auf die Wahrnehmung der Mimik und des Ausdrucks der Fachkräfte angewiesen sind, um eine vertrauensvolle Beziehung herzustellen und Gesprochenes einordnen und verarbeiten zu können.

Es kann aber aus Gründen des Arbeitsschutzes weitergehende Pflichten für Fachkräfte geben – etwa das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.